Weder in den Nationalparks noch in den Bergen. Dafuer gibt es Schnee. Jawohl! Man glaubt es kaum. Da ist man mitten in Afrika und friert sich fast die Finger ab, und die Nase gleich dazu. Aber erst mal von vorne... oder vielleicht von oben...
Wir schreiben den 26. August (ups, Haeppi Boersdei Karin!), es ist 7.16 Uhr fruehmorgens, da steht das Jo Quadrat bereits auf 5895 Metern ueber Meer auf dem hoechsten Gipfel Afrikas. Viel interessanter sind aber wohl die Stunden und Tage davor. Also doch von vorne, oder unten - wie ihr wollt.
Bevor wir uns an den maechtig grossen Kilimanjaro gewagt haben, akklimatisierten wir uns auf Safari und auf dem vergleichsweise herzigen Mount Meru ("nur" 4560 Meter). Und endlich, endlich, nachdem sich vor 2 Jahren die suedafrikanischen Loewen vor mir versteckt hatten, sind die tansanischen Brueder zum Glueck etwas mutiger. Ein bisschen Angst hatten sie zwar vor Johannes, sonst waeren sie wohl schon etwas naeher an unseren Jeep gekommen. Dafuer konnten wir Elefanten, Giraffen, Zebras und Pumbas fast streicheln. Eine riesengrosse Elefantenfamilie mit vielen suessen Elefantenbabies (die ich alle mitgenommen haette, wenn Johannes nicht so viel dagegen gehabt haette) ueberquerte grad vor unserem Jeep die Strasse, und Zebras gab es zuhauf. Aber eben, keine Pandabaeren, und auch keine Dinosaurier. Und die Rhinozerosse haben sich geschickt versteckt. Vier Tage sind wir mit Jeep, einem amerikanischen Paerchen und einer Britin, deren Freundlichkeit dem Ruf ihrer Kueche entsprach (Anm. J.F.), durch vier tansanische Nationalparks gekurvt. Mit dabei natuerlich der Ngorongoro Krater. Dieser Krater hat sich vor ganzganz vielen Jahren durch eine Bergimplosion gebildet und wird heutzutage von zahlreichen Tieren bevoelkert. Da die Kraterwaende sehr steil sind, bilden diese sozusagen ein natuerliches Gitter und damit kann man diesen Krater als riesigengrossen natuerlichen Zoo bezeichnen. Am besten hat uns aber der Tarangire Nationalpark gefallen. So haben wir uns Afrika vorgestellt: Weite Steppen, viele Baobabbaeume und viele Elefanten, Giraffen, Pumbas und Zebras.
Nachdem wir uns an die ganzen Tiere akklimatisiert hatten, ging es einen Schritt weiter in unserer Kilimanjarovorbereitung: ab auf den Mount Meru!
Drei Tage haben wir uns fuer die Besteigung dieses Bergs Zeit gegeben. Am ersten Tag wanderten wir drei Stunden durch den dicht besiedelten Regenwald des Arusha Nationalparks bis zur ersten Huette, vorbei an Bueffeln, Pumbas und Colobussen - das sind Affen, die eigentlich gerne ein Zebra waeren und sich darum schwarz-weiss anziehen.
Mit dabei war Bais, unser bewaffneter Ranger (Bueffel, etc), und ein franzoesisches Paerchen, das leider nicht ganz so fit war. Am zweiten Tag ging es auf 3500 Meter zur zweiten Huette und nach einer kleinen Pause zur Akklimatisierung gleich weiter auf den Little Meru (3800 Meter). Nach dem Little Meru hat sich das franzoesische Paerchen bereits zurueckgezogen und so ging es ein paar Stunden spaeter nur fuer Johannes und mich auf den "richtigen" Mount Meru. Trotz 6 Wochen Indien waren Johannes und ich erstaunlich fit und so konnte ich unsere Abmarschzeit um eine Stunde nach hinten verschieben... auf 2 Uhr morgens, oder wohl eher mitten in der Nacht!
Die ersten Stunden des Aufstiegs waren sehr angenehm, ging gemuetlich bergauf, zuerst noch durch Wald und dann naeherten wir uns langsam via einem Grat dem Meru. Bei fast Vollmond brauchten wir nicht einmal unsere Stirnlampen. Nur die letzte halbe Stunde war sehr anstrengend. Der Gipfel war bereits in Sichtweite, doch irgendwie wollte er einfach nicht naeher kommen. Um 6.50 Uhr hatten wir es dann geschafft. Belohnt wurden wir mit einem wunderschoenen Sonnenaufgang und einer Sicht auf den Kilimanjaro, der so von der Ferne ganz lieb und harmlos ausschaut. Leider war es auf dem Gipfel ziemlich kalt und so machten wir uns schon bald wieder an den Abstieg. Alles wieder runter zur ersten Huette auf 2500 Meter. Von der wurden wir "gerettet". Ja, richtig gelesen, gerettet, mit einem richtigen Rettungswagen (der seinen Titel aber nur deshalb verdient, weil man sich gerettet fuehlt, wenn man aussteigt; Anm. J.F. - der auf der Ladeflaeche und nicht auf dem geheizten Beifahrersitz Platz nehmen durfte). Das machen fast alle so, die sich nur drei Tage Meru geben. War auch gut so, meine Beine schmerzten die folgenden zwei Tage schon genuegend.
Zurueck in Arusha gab es zuerst eine heisse Dusche und ein feines Abendessen. Zwei Tage hatten wir Zeit, uns fuer den Kilimanjaro zu erholen. Doch von dieser Besteigung erzaehlt euch mein Gastreporter in Kuerze! Bis dahin, machts gut und besser und haltet die Ohren steif. Fuer uns heisst es jetzt erst einmal "Sansibar, oder der letzte Grund"!
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