Montag, 30. Juni 2008

Eine Seefahrt, die ist lustig!

Aussicht vom Viewpoint auf Koh Phi Phi


Wie bereits angekuendigt, habe ich Nepal frueher als vorgesehen verlassen, um mich an den Straenden Thailands noch ein bisschen auf Indien vorzubereiten. Bevor es aber mit der tollen Thai Airways nach Bangkok ging, habe ich eine Mountainbiketour durch das Kathmandu Valley gemacht. Isaiah, ein Ami, den ich bereits auf dem Weg zum Everest Base Camp kennen gelernt hatte, ist auch mitgekommen. Und so sind wir zwei Tage mit einem nicht aus China importierten Mountainbike durch die Huegellandschaft gefahren, und wenn mir mein Hinterteil am zweiten Tag nicht so verd... weh getan haette, wuerde ich das Mountainbike zum besten Sightseeing-Fortbewegungsmittel erklaeren. Vielleicht sollte ich es naechstes Mal mit Pampers versuchen. War echt schoen da, und da diese Doerfer nicht ganz so viele Touristen sehen, sind uns Kinder entgegengerannt und haben uns ihre in der Schule erlernten Englischvokabeln entgegengerufen. Von 'Hi' zu 'How are you' bis zu einem 'I am fine' - wohlgemerkt, wir haben den kleinen Jungen nicht nach seinem Wohlbefinden gefragt, aber waren natuerlich gluecklich, dass er uns dies mitgeteilt hat ;-). Tja, und da in der Zwischenzeit die Wolken des Monsuns die Berge immer mehr verdeckten, und Wandern und andere Aktivitaeten nicht mehr ganz so toll waren, habe ich mich entschieden, Nepal etwas frueher zu verlassen. Und da es nur wenige internationale Fluege aus Nepal raus gibt - Doha, Delhi, Bangkok und ein paar Staedte in China - habe ich mich fuer Bangkok entschieden, da ich Delhi ja noch mit Johannes unsicher machen werde (oder umgekehrt).
Und so bin ich denn in Bangkok gelandet, Isaiah war auch auf demselben Flug und in Bangkok angekommen, haben wir uns in Chinatown einquartiert... keine tolle Entscheidung. Ich glaube, schweizerische Gefaengnisse haben eine komfortablere Einrichtung als das T.T. Guesthouse in Chinatown (Merkt euch das! Geht da nicht hin!). Am naechsten Abend bin ich dann gleich wieder aus Bangkok gefluechtet und habe mich auf den Weg nach Koh Phi Phi gemacht. Eine kleine Insel im Sueden Thailands mit tollen Straenden und mehr Tsunami Evacuation Route-Zeichen als Moskitos. Da kann man eine Bootstour machen, bei der man Schnorcheln - ich habe Nemo gesehen!!!! - Affen, und "The Beach" anschauen kann. Jaja, den Strand, bei dem Leonardo wieder einmal einen Verrueckten gespielt hat. Klettern kann man auf Koh Phi Phi auch. An meinem letzten Tag bin ich noch zu einem Viewpoint gewandert und zu einem anderen Strand auf der anderen Seite der Insel. Der Weg bis zum Viewpoint war sehr gut mit meinem Flip Flops zu bewaeltigen, der Weg zum Strand leider nicht so sehr und so habe ich mich entschieden - ganz im Sinne von 'eine Seefahrt, die ist lustig' - ein Longtailboat zurueck zu meinem Bungalow zu nehmen. Dummerweise ist zur selben Zeit auch ein ziemlicher Sturm aufgezogen... Und so sass ich denn in diesem Boetchen und habe den 'Kapitaen' immer aengstlicher angeschaut. Der hat mir dann ploetzlich seine Tasche gegeben und gemeint: "You are taking care of my bag, I am taking care of you". Nun denn, da mein Leben also an dieser Tasche hing, habe ich mich wie eine Gestoerte an diese Tasche gekrallt und aufgepasst, dass sie nicht nass wird und nicht ins Wasser faellt. Nach einer Stunde haben wir zum Glueck den Hafen erreicht. Am naechsten Tag ging es wieder (!) mit dem Boot weiter nach Railay. Und gluecklich wie ich war, durfte ich auch diese Bootsfahrt bei Sturm und Regen geniessen. Haette ich nicht am selben Tag vom Schiffsunglueck auf den Philippinen gelesen, waere ich vielleicht etwas ruhiger geblieben. In Railay angekommen, gab es leider keinen Schiffssteg und so durften wir mit Sack und Pack an Land watscheln. Ich habe mir dann gedacht, dass ich den Leuten ihren Tag versuessen koennte, indem ich mich mit meinem Gepaeck mal ins Wasser lege.... War keine tolle Idee. Und uebrigens, eine Seefahrt, die ist auch nicht lustig!
In Railay bin ich auf Lucie und Catherine gestossen. Die zwei haben sich bei mir fuer meinen Taucher samt Gepaeck ins Wasser bedankt. Da waren sie mir natuerlich gleich sympatisch und ich ihnen auch (ich habe ihnen schliesslich den Tag versuesst!). In Railay bin ich nochmals klettern gegangen mit einem sehr witzigen Notfallarzt. Nun, ich war denn doch froh, dass es zu keinem Notfall kam...
Das Wetter hat sich leider auch in Railay nicht gebessert, Lucie und Catherine wurde Geld aus dem Hotelzimmer gestohlen, und so gab es nicht mehr viele Gruende, weiterhin in Railay zu bleiben. Also sind wir alle nach Bangkok, haben uns einen Tag das volle Sightseeingprogramm gegeben, gemerkt, dass Bangkok extrem stressig ist und sind deshalb einen Tag darauf auf die naechste Insel gefluechtet; eine Seefahrt, die ist ja schliesslich lustig. Dieses Mal hat es uns auf Ko Samet verschlagen. Da schien die Sonne, gab es schoene Straende und leckeres Essen. Und da meine Zeit in Thailand sich dem Ende neigt, habe ich mir auf der Insel eine Thai Massage gegoennt. Ganz nett war das. Mittlerweile bin ich wieder in Bangkok, Lucie und Catherine sind gestern nach Hause geflogen und ich freue mich schon sehr, mit der Bangladesh Airlines via Dhaka nach Delhi zu fliegen... Also dann, haltet die Ohren steif! Naechste Infos gibts aus Indien.


Bhaktapur: 1. Stopp unserer Mountainbiketour


Nette Schnitzereien auf den Tempeln....sieht unbequem aus...


Hallo Affe!


The Beach!


Da war die Welt noch in Ordnung, der Sturm noch nicht bei uns.


Eine Katze auf der Suche nach Abkuehlung.


Grand Palace in Bangkok.


Catherine, Lucie und ich auf unserer letzten Schiffsfahrt.

Mittwoch, 11. Juni 2008

Ganz weit oben ist die Luft etwas duenn...


... das hat sogar mein Sherpa zu spueren bekommen. Wobei er eben gar kein Sherpa war, sondern ein Rai, und deshalb nicht ganz so weit oben aufgewachsen ist.
Vor gut zwei Wochen habe ich mich auf den Weg zum Dach der Welt gemacht. Nachdem ich mich durch die vielen Agenturen im Touristenviertel in Kathmandu gekaempft hatte, ging es los Richtung Mount Everest. Um 5.30 (!!!) Uhr wurde ich in meinem Guesthouse abgeholt, um rechtzeitig meinen Flieger nach Lukla zu erwischen. Am Flughafen bin ich bereits das erste Mal mit einer riesengrossen Gruppe aus Malaysia zusammen gestossen. Alle von Kopf bis Fuss eingekleidet mit roten North Face Jacken und Hosen, eine kleine rote Armee auf in die Berge. Als ich dann mein Flugzeug gesehen habe, wurde mir etwas flau im Magen... ziemlich klein das Ding und der Notausgang war mit Material zugesperrt. Erstaunlicherweise hat das kleine Ding aber gar nicht grossartig geschaukelt. Nur als der Pilot die Raeder ausgefahren hat und ich vor uns nichts als einen Berg entdecken konnte, hatte ich so meine Zweifel. Aber nichts da, er setzte doch tatsaechlich auf einer Landebahn auf, die geradeaus Richtung Berg verlief. Fand ich noch eine gute Idee, muessen sie weniger bremsen :-). Und dann traf ich meinen Porterguide Poncha, mit dem ich die letzten zwei Wochen verbrachte. Sein Englisch war leider nicht ganz so atemberaubend und so war unser Unterhaltungspotential bereits nach einer Stunde ausgeschoepft.... Tja, die ersten Tage waren denn ziemlich einsam, zumal ich nie wirklich viel gehen konnte, da ich mich noch an die Hoehe akklimatisieren musste. Am dritten Tag traf ich auf Jules, dem es nicht viel anders erging. Wir beschlossen, von nun an gemeinsam zum Dach der Welt zu wandern und sogar noch in ein Nebental zu gehen. Und so wurden wir denn eine kleine Reisegruppe. Anfangs kam mir die St.Galler Hoehenluft wohl entgegen. Waehrend Jules fast gar nicht mehr schlafen konnte und einige hoehenkrank wurden und den Weg nach unten antreten mussten, ging es mir erstaunlich gut da oben. Einzig mein Appetit war ein Problem. Ja, kaum vorstellbar, ich weiss. Aber ich hatte absolut keinen Hunger und war jedes Mal unheimlich stolz auf mich, wenn ich wenigstens ein Viertel des Tellers leer ass. Und naja, auf den Speisekarten haben sich leider einzig die Preise veraendert - die sind ueberproportional mit den Hoehenmetern gestiegen - und das hat meinen Appetit nun auch nicht unbedingt angeregt.
In Gorak Shep (5140 Meter) hatten wir unseren hoechsten Schlafplatz erreicht. Am gleichen Tag hat es auch die rote malaysische Armee dorthin geschafft. Manche von denen haben nicht mehr ganz so gluecklich ausgeschaut, trotz weichen Daunenjacken und eigenem Arzt. Tja, bei 53 Prozent Sauerstoffgehalt im Blut ist dies auch nicht weiter erstaunlich. Jules und ich wollten natuerlich auch wissen, wieviel wir denn noch im Blut haben. 84 Prozent - angeblich ein guter Wert. Mit diesem Wissen haben wir dann Kala Patthar (5550 Meter) um 5 Uhr morgens (!) in Angriff genommen und hatten ziemlich Glueck. Leider ist momentan nicht grad die beste Reisezeit in Nepal und die grossen Riesen verdecken sich gerne hinter den Wolken. Als ich dann um 7 Uhr auf die 5550 Meter gekraxelt bin und sich der Nebel ein bisschen zu lichten begann, habe ich ganz lieb mit Petrus gesprochen und siehe da, er hat sich meiner erbarmt und den Nebel vertrieben. Zum Vorschein kam der Mount Everest, Lhotse, Nuptse, Lho La und andere Riesen. Die Malaysier hatten am Tag darauf leider nicht ganz so viel Glueck.
Ganz gluecklich haben Jules und ich uns Richtung Gokyo Valley aufgemacht. Unser naechster Schlafplatz war Dzonghla - ein Kaff mit einem Haus und einem Stall. Zur Toilette musste man eine Weide mit Yaks ueberqueren, die meines Erachtens doch etwas komische Laute von sich gaben... und zum Gokyo Valley musste man ueber den Cho La Pass. Dieser Pass wurde mir zusehends unsympatischer. Eine Gruppe musste runterfallenden Steinen ausweichen - finde ich auf 5300 Metern Hoehe nicht so toll - und eine andere Gruppe hat uns erzaehlt, dass es so ca. 25 Meter gibt, bei der jeder Fehltritt katastrophale Folgen hat. Nachdem Jules wieder nur eine Stunde schlafen konnte, haben wir uns entschieden, dieses Tal sein zu lassen und zurueck nach Kathmandu zu gehen. Und so sitze ich nun wieder in Kathmandu, werde morgen zwei Tage mit einem Mountainbike das Kathmandu Valley erkunden und danach muss ich noch schauen, ob ich in Nepal bleibe oder gen Osten fliege. So, und nun gibt es noch einige Fotos... viel Spass!


Durbar Square in Kathmandu


Gegenverkehr auf einer Haengebruecke....

Jules und Dashi auf dem Weg nach Lobuche.

Apfelpause...

Jules und ich im am Eingang/Ausgang des Sagarmalha National Park
Poncha und ich

Aufstieg zum Kala Pattar um 5 Uhr morgens!

Der schwarze Gipfel ueber meinem Kopf ist der Mount Everest.